Freitag, 22. Juli 2011

Im roten Zentrum Australiens

Hallo Ihr!


Hier nun der Bericht zu unseren Reiseaktivitäten im roten Zentrum von Australien! Heute müsst ihr gut lesen oder parallel Bilder anschauen, denn da gibts diesmal keinen Begleittext dazu...


Da wir vorher nicht so genau wussten, was uns da zwecks Straßen und Zivilisation erwartet, hatten wir uns vorher schon eine günstigere 3-Tages-Camping-Tour zu Uluru, Kata Tjuta und Kings Canyon gebucht. Wie so vieles hier, war auch dieser "kleine Ausflug" von Alice Springs aus mit insgesamt knapp 1500km Fahrweg verbunden. So waren wir zum Schluss recht froh, dass wir das nicht selber fahren mussten.


Es ging morgens 5:45 los. Mit einem mittelkleinen Bus und 13 Leuten plus Fahrer gings auf. Am ersten Tag sind wir zum Uluru gebraust, haben unterwegs einen blinden Passagier im Bus - in Form einer 10cm großen, schwarzen Spinne - gehabt (zur FreudeBegeisterung meiner Frau) und sind mittags im Culture Center gewesen, anschließend hat uns unser Tourguide einiges über verschiedene religiöse Stätten am Fuße des Berges erzählt und wir sind dann fast eine komplette Runde rundherum gelaufen (10km). Die einheimischen Aborigines wollen nicht, dass man hochklettert auf ihren heiligen Berg und so haben wir das auch nicht getan. Abends haben wir dann Sonnenuntergang am Uluru beobachtet. Sehr touristisch - spektakulärer als das eigentliche Ereignis war die Veranstaltung der ganzen Busunternehmen mit Weinchen und Nüsschen und Klappstühlchen... Ziemlich amüsant anzusehen.


Nach einer Nacht im Schlafsack und Swag (ein "Über-Schlafsack" aus einer robusteren Plane mit einer dünnen Matratze unten drin) bei rund 0°C und klarem Sternenhimmel. Da es bis zur nächsten Stadt Alice Springs über 300km Luftlinie sind, ist das Streulicht da ziemlich gering und man kann echt viel sehen! Naja, bei einem Schlafsack, der bis Extremtemperatur 7°C ausgelegt ist, war es nicht verwunderlich, dass es zum Schluss etwas frischlich wurde. Zum Glück durften wir 6:00 schon wieder aufstehen und es ging zum Sonnenaufgang am Uluru. Da keine Wolke am Himmel war, blieb das Spektakuläre aus und so war das Frühstück nebenbei mehr beachtet und Nadine stellte dann fest: "Ach, übrigens da ist der Sonnenaufgang!" Ob das an den leckeren Grillwürsteln lag, die es hier zum Frühstück gibt? Grillen zum Frühstück, das können nur echte Outback-Australier erfunden haben! ;-)


Der zweite Programmpunkt war dann Kata Tjuta (auch die Olgas genannt und übersetzt: viele Köpfe). Hier hats uns um einiges besser gefallen, da wenige Leute dort waren und nicht wie am Uluru Busse ausgekippt wurden, um in Gänsereihe auf einen Berg hochzustiefeln. So konnten wir die Natur und das Vögelzwitschern in einer paradiesisch anmutenden Landschaft genießen. Unser Tourguide Geejay hat wieder einiges zu Buschmedizin, Geschicht und Kultur erzählt. Neben Warzenheilmitteln und Demonstration von Buschfarbe aus Steinen und Wasser hat er uns auch erzählt, dass in Australien die Aborigines bis in die 60er Jahre offiziell als Tiere gezählt wurden... Schon etwas beschämend... Genauso war auch der erste Eindruck in Alice Springs: Sie wirken ausgegrenzt und lungern auf Straßen rum. Sie würden aber wohl eine ganze Menge finanzielle Unterstützung bekommen und auch materielle Sachen, wie Häuser und Fahrzeuge, zur Verfügung gestellt bekommen von der Regierung - um ruhig gestellt zu werden und möglichst keinen Ärger zu provozieren... Gut, wir haben dann die nächsten 10km zu Fuß absolviert bevor wir dann von den vielen, roten Felskuppeln mit dem Bus Richtung Kings Canyon aufgebrochen sind. Auf der Fahrt haben wir wieder Bäume als Brennholz eingesammelt. An unserem Campplatz gabs diesmal Kamele zu sehen. Sehr amüsante und doch recht elegant wirkende Gesellen. Wir haben dann auch eine halbe Stunde beobachtet, wie ein Pfleger ein Kamel zum Hinsetzen animiert hat, um dann den Sattel abzunehmen. Das Kamel wollte den Sattel jedoch gern behalten und so ist es, wenn der Pfleger zum Sattel ging, immer wieder aufgesprungen. Von weitem ein sehr amüsantes Schauspiel, was dann nach 15 Runden mit Sieg für den Pfleger endete. Die folgende Nacht sollte nach unserem Lagerfeuer wieder sehr frisch werden. In Alice waren -5°C. So wird das als erster Tag in die Geschichte eingehen, an dem ich um 5:30 morgens voller Freude und Elan aufgesprungen bin, weil ich endlich aufstehen durfte!!


Der Tag begann mit Sonnenaufgang am Kings Canyon. Währenddessen bekamen wir dann die Nachtstorys erzählt. Ein Mädchen hatte eine Maus im Schlafsack und die Nacht vorher war bei einer ein Hase auf den Schlafsack gesprungen und hatte es sich erstmal bequem gemacht, bevor er durch eine Faust von Innen unsanft vom Schlafquartier vertrieben wurde. Der Kings Canyon war nicht so atemberaubend wie der Grand Canyon in der USA, aber im Gegensatz zu diesem laut Definition wenigstens ein echter Canyon! Darauf ist man hier stolz! :-) Nachdem wir in den letzten Tagen die Berge bewundert haben, war diesmal die Schlucht im Bergmassiv das Atemberaubende. Wir haben auch unseren Tourguide lebend wieder mitgebracht. Ein anderer Backpacker hätte wohl beim Umdrehen mit dem Rucksack einen Tourguide aus dem Gleichgewicht und letztlich zum Sturz von der Felswand gebracht. Unserer hat uns wieder mit interessanten Infos versorgt, so hat er uns erzählt, dass die Aborigines sich mit der weißen Rinde des Ghost Trees eingerieben hätten, um sich vor der Sonne zu schützen. Leider bringt das nur einen Lichtschutzfaktor zwischen 1 und 2. Für Australien wird mindestens 30 empfohlen... :-)


Auf dem Rückweg mit dem Bus haben wir auf einer Kamelfarm dann noch auf einem Kamel Platz genommen und sind eine Runde übers Gelände gelaufen und dann den zweiten Teil sogar gerannt. Dieses Rumgespringe im Sattel ist echt nicht angenehm für die unteren Körperregionen... Naja, wir haben unsere Tour sehr genossen, hatten viel Spaß, tolle Erlebnisse und haben einiges über die Menschen und die Kultur erfahren.


Die nächsten Tage haben wir dann zur Reiseplanung und Erkundung von Alice Springs genutzt (wir waren beim Royal Flying Doctor Service und im Reptiliencenter und haben dort eine schwarze Schlange - Inland-Taipan auf Foto - gesehen, die genug Gift mit sich rumträgt, um 250.000 Mäuse zu töten und ist damit die giftigste Schlange weltweit) bevor wir dann mit dem GHAN Zug nach Darwin gefahren sind. Die billigsten Sitze waren mit Übernachtung im Liegesitz, hatten aber viel Beinfreiheit und es ließ sich gut aushalten. Viel zu sehen gabs in den 24 Stunden Fahrt nicht außer Buschland und im Norden dann ein wenig Wald und Termitenhaufen.


Damit gehts dann demnächst weiter, genauso wie mit dem Great Barrier Reef, wo wir heute Schnorcheln waren! Echt genial! Auch davon gibts demnächst dann Bilder zu sehen!!! ;-) 


Bis dahin erstmal viel Spaß mit den Bilder vom Zentrum:




Ayers Rock & Kings Canyon (4)

Liebe Grüße!
Die Bald-Heimkehrer!

Donnerstag, 14. Juli 2011

Wir mal wieder!


Jetzt aber! Wir müssen zugeben es ist manchmal mühsam die Fotos rauszusuchen, hochzuladen und einen Text zu verfassen. Die Tage verfliegen nur so, man erlebt so viel, kann sich nach wenigen Tagen nur noch mit großer Mühe an Kleinigkeiten erinnern. Manchmal fühlen wir uns wie ein Trichter der lebt, in den Alles hinein geschüttet wird und der dann fast platzt vor Erlebnissen. Das soll nicht heißen wir haben es schwer ;-O ! Aber, um den Kreis zu schließen, wie schreibt man Erlebnisse, die zahlreich sind und Minuten dauern um sie einzeln zu erzählen, in wenigen Sätzen auf? AUßerdem, und das gehört zu den Fotos, ist das Internet oft soooooooooooooooooooooooooooooooooo langsam, dass es einem manchmal den letzten verbleibenden Nerv raubt und man für einen Fotoblock um die 3h zum hochladen braucht. 


Gut jetzt geht es wirklich los. Also unsere letzten Wochen waren genauso vollgestopft, wie ich schon geschrieben habe. Datum und Wochentage zu vergessen ist schon eine Regelmäßigkeit die uns beiden passiert (zum Glück haben wir die Losung). Los ging es also von Melbourne in Richtung der weltbekannten Great Ocean Road. Es ist sehr praktisch einen Campervan zu haben = Haus inclusive, außerdem kostet der Benzin hier unten noch nicht soviel und kostenlose Campingplätze sind zahlreich vorhanden (leider war im Atlas nichts von "im Winter geschlossen" vermerkt!).
Das Wetter ist seit Neuseeland gesegnet (man sagt uns immer es wären 10°C zuviel und sonst würde es eigentlich regnen) und somit konnten wir den absolut genialen Blick auf der Straße Richtung Meer genießen, vorbeischwimmende Wale zeigten sich leider keine. Aber zu meiner großen Freude gab es einen Koalawanderweg, der musste natürlich gegangen werden. Und Basti, der Späher, fand auch gleich welche. Die sehen vielleicht niedlich aus! Wie eine Fellkugel mit Ohren sitzen sie in den Astgabeln. Am Ende der Wanderung waren wir bei 16. Da die Zeit allerding immer drängte, ging es zügig weiter. Gegen Abend kamen wir dann bei den 12 Aposteln an, welche die bekanntesten Felsen sind. 100 Touristen wollten den Sonnenuntergang mit uns fotografieren, was die Stimmung etwas trübte. Tolle Fotos sind trotzdem geworden und Bastis Wunsch, den Sonnenuntergang dort mit zu erleben, wurde erfüllt. Wenn es dunkel ist soll man seine Parkposition für die Nacht eigentlich erreicht haben, da viele Tiere nachtaktiv sind. Wir mussten aber weiter (natürlich mit Vorsicht), aber eine Frau mit einem großen Jeep auf dem Weg hatte die Vorsicht wohl vergessen. Ein großes Känguru musste an diesem Abend sein Leben lassen und der Jeep war danach fahruntauglich. 
Am Tag 2 war das Highlight: Wale gucken. Es gibt eine Bucht wo die Riesen kalben und ihre Jungen dann aufziehen. Da das natürlich eine Touri Attraktion ist, hat man nen richtigen Ausguck. Wir also dort mit Fernglas bewaffnet und dann schauten tatsächlich auch zwei Wale raus. Ok, es waren einige hundert Meter weit weg, nur ein schwarzer Fleck zu sehen und wir konnten schwer erkennen welche Sorte Wal dort schwimmt. Basti hat eher aufgegeben als ich und schon mal das Abendessen vorbereiten. Ich dachte ja die hüpfen wenigsten für EIN Foto mal raus, wenn ich schon mal vorbei komme, aber die wollten einfach nich! Nix also mit Fototermin. 


Am nächsten Tag ging es dann Richtung Grampians Nationalpark, der etwas im Inneren des Landes liegt. Die Entfernungen sind echt rießig und somit hat man immer ne ziemlich lange Fahrt. Da wegen Überflutungsschäden die Hauptstraße im Park gesperrt war, hatten wir noch mehr Umweg und letzlich ein paar schöne Ausblicke aber irgendwie hatten wir mehr erwartet. Aber es gab trotzdem einige geniale Begegnungen, die den Tag unvergesslich machten. Kängurus, die leben dort irgendwie überall. Am Mittag hatten wir schon eine kleine Herde beim Mittagsschlaf beobachtet, aber am Nachmittag waren dann hunderte aktiv und grasten auf den Wiesen und in Vorgärten, Absolut - wer kann schon ein Känguru Panoramabild machen?? Eines war sogar zum Fotoshoot gekommen, hat sich für mich auf die Straße platziert und dem Kleinen gesagt es soll mal rausgucken....Wahnsinn! 


Nach unzählig vielen Kilometer waren wir dann in Adelaide angekommen und hatten den Camper an den Strom angeschlossen. Eigentlich waren wir nach 2600 km etwas kaputt, aber Adelaide hatte in der Planung nur 1,5 Tage bekommen und wenn man vorraussichtlich nie wieder kommt, dann muss man sich nen Ruck geben. Tag 1: Regen! Wir waren doch recht schnell wieder zum Camper zurück. Tag 2 laufen, laufen, Bus fahren und zwischendrin das Stadtzentrum und ein Museeum anschauen, was wirklich interessant war (viel anschauen + wenig lesen = super Museum). 
Dann war die Zeit auch schon wieder um und es ging ans Campervan tauschen. Durch unglaublich viel Segen standen wir letztendlich einem tollen Luxuscamper entgegen der uns nur $5 pro Tag kostete, ein rießiges Bett besaß, Küchenzeile, Toilette & Dusche, Tempomat und es extra noch $200 Spritgeld dazu gab. Basti war ganz aufgedreht und nun konnte es Richtung Outback losgehen.


Ich weiß nicht was ihr euch unter Outback vorgstellt, ich dachte es ist sowas wie Wüste. Aber ganz so kann man es nicht sagen, eher ein rießiges Gebiet mit Teilen wo Bäume wachsen und der Großteil nur mit Büschen und Sträuchern. Natürlich begenete uns dort die bekannte rote Erde, die langen Road Trains, ein paar wilde Emus, ziemlich viele Wohnwagen und aller paar hunderte Kilometer mal ein Dörfchen, in dem es im Sommer bis zu 50 Grad heiß wird. Ich fand es so unglaublich....hunderte Kilometer keine Menschenseele, das bedeutet Outback. Nach 1500km, 3 Übernachtungen und einigen Stopps in den Dörfern (um die Opalmine und Kirche unter der Erde anzuschauen) waren wir dann am Ziel angelangt......ALICE SPRINGS. Es ist Winter und Haupsaison hier, da es "nur" um die 15-20 Grad am Tag werden. Eine Nacht blieben wir dort um am nächsten Tag dann eine 3 Tages-Tour zum Ayers Rock und Kings Canyon zu starten. 


Das dann demnächst.....schaut euch lieber noch paar Bilder an!



From Melbourne to Alice Springs (3)