Hallo liebe Wintergeplagten!
Es ist mal wieder Zeit für einen Blog-Eintrag!
Nadine ist arbeiten beim Italiener und so darf ich euch die Neuigkeiten präsentieren! ;-)
1. Was haben wir so bereist?
Vor zwei Wochen sind wir von Auckland Richtung Süden aufgebrochen. Mit dem Bus gings nach Hahei auf der Coromandel-Halbinsel im Osten der Nordinsel. Wir haben versucht den Sonnenaufgang an der Cathedral-Cove zu erleben. Bei den letzten Bildern war auch unser Vorschlag für das Wort des Jahres 2011 dabei: "Verwarnungsfelsen-Fall-Gefahr-Gebiet" - was auch immer das sein soll!? In Hahei sind wir auch mit Bodyboards durch die Wellen gebraust und mit klapprigen Fahrrädern bis zum Hot-Water-Beach gequietscht...ähhh...gefahren. Dort kann man sich bei Ebbe am Strand seinen eigenen Whirlpool graben, wo von unten warmes Wasser aus unterirdischen Quellen nach oben strömt (60°-65°). Man musste echt aufpassen sich nicht zu verbrühen... Am zweiten Abend begann es dann zu regnen, heftiger zu regnen und am heftigsten zu regnen. Früh morgens stand dann das Wasser in unserem Zimmer unter unserem Fußbodenbelag. Sobald man sich drauf gestellt hat, waren nasse Tapsen auf dem Boden. Naja, unser Zeugs ist größtenteils trocken geblieben und nur die Rucksäcke waren von außen ein wenig nass. Das irisch-walisische Paar im Nachbarzimmer hatte es deutlich schlimmer getroffen, da war vieles durchnässt.
Mit dem Bus gings dann weiter nach Tauranga, wo wir nun versucht haben Arbeit zu finden. Leider ist es momental recht schwierig etwas zu finden, da die Kiwi-Ernte erst Anfang März beginnt und die Früchte gerade reifen. Ich habe aber trotzdem bereits Ende der ersten Woche über unseren Lodge-Chef einen Job in einem Kiwi-Orchard gefunden. Nadine jobbt Freitag und Samstag je 4h beim Italiener in der Küche. Außerdem hat sie sich für die Fischfabrik registriert. Mal sehen, ob sie da bald arbeiten kann. Für März haben wir uns im Kiwi-Packhaus registriert (6-Tage-Woche a 12h - das kann ja heiter werden)...
2. Was haben wir Spannendes erlebt?
Letzten Sonntag waren wir zum ersten Mal in der Kirche (gefunden hatte ich im Internet vieles - so musste man sich bloß für eine aus geschätzten 20 entscheiden). Na gut das Haus hatte nicht mehr viel mit einer europäischen Kirche gemeinsam und war eher wie ein Gemeinschafts- oder Kulturhaus. Auch der Rest hatte nicht mehr so viel gemeinsam mit einem "gemäßigten" europäischen Gottesdienst, wie man sich das vielleicht vorstellt. Eher wie ein Jugendgottesdienst, bloß halt für alle. Sowohl Jung als auch Alt waren alle voll mit dabei - echt Klasse. Irgendeine feste Struktur gabs nicht. Das Ganze begann mit einer Band (5 Musiker - 5 Sänger), die erstmal ein "kleines Konzert" zum Mitsingen gespielt haben. Liederbücher gabs auch keine, hier ging alles über Beamer und Leinwand. Nach 45min gabs dann mehrere Videos zu anstehenden Aktivitäten und Infos. Die Predigt bestand aus einem mehr oder weniger langen Segeleinführungskurs und war trotz einiger vokabeltechnischen Problemen sehr intensiv und spannend. Alles in allem wars echt super, ist nicht mit Europa vergleichbar und wir werden wieder hingehen. ;-) Nadine meinte, dass es echt cool ist, dass es am anderen Ende der Welt Leute gibt, die Brüder und Schwestern sind und auf der gleichen Wellenlänge sind, obwohl sie eigentlich aus einer ganzen anderen Welt stammen. Echt klasse.
In der 5-Minuten-Kennenlern-Schwatz-Pause haben wir schon während des Gottesdienstes mit einem Ehepaar geredet. Die haben uns dann kurzerhand zum Mittag eingeladen. Echt cool. So konnten wir Nadine's Wunsch des Besuches eines einheimischen Hauses in die Tat umsetzen. Haben dann bis Nachmittags halb vier bei denen gesessen und geschwatzt. Zum Abschluss gabs die Telefonnummer und den Hinweis, dass die Family auch bei Facebook aktiv ist.
Am Abend sind wir dann mit dem letzten Bus 10km zum Strand gefahren. Haben dann dort keinen aus unserem Hostel gefunden und so haben wir rückzu dann zum ersten Mal ne Runde getrampt. Das ist hier relativ üblich und ungefährlich. Gleich das dritte Auto hat angehalten und wir saßen auf der Rückbank bei einem braungebrannten, langhaarigen, tätowierten Rockertypen in einem getunten Holden (Opel von Australien). Das kleine Mädchen auf dem Beifahrersitz hatte so einen guten Eindruck erweckt, dass wir uns zum Einsteigen entschieden. Hat alles echt super geklappt und wir wurden fast bis heim gefahren.
Ein echt klasse Sommer-Sonntag!!!
3. Wie gehts uns so?
Also mir gehts echt gut. Arbeiten macht Spaß, ist aber recht anstrengend. Vor zwei Wochen war ich an einem Punkt, wo ich kein Problem gehabt hätte nach 4 Wochen "Urlaub" wieder heimzufahren. Irgendwie nervte das ständige Kofferpacken und weiterziehen ziemlich. Aber mittlerweile ists echt klasse wieder einen "festen" Wohnsitz zu haben, eine Gemeinde gefunden zu haben und es ist echt cool.
Nadine ist mit ihrer Gesamtsituation recht unzufrieden. Sie versucht echt alles, war in zig Arbeitsagenturen, aber es ist echt schwierig was zu finden. Wir hoffen, dass es bald klappt. Sie ist die Außenpolitikerin und hält unsere Beziehungen zu den ganzen Leuten im Hostel am Laufen und hat hat über eine Italienerin auch den Job fürs Wochenende beim Italiener gefunden. Freitag und Samstag Abend 4h Küchen-Assi, also Hochgeschwindigkeits-Geschirrspühl-Aus-und-Einräumer.
4. Wie ist Arbeiten aufm Kiwi-Orchard?
Bei mir ists recht entspannt ganz im Gegensatz zu den anderen Arbeitern aus dem Hostel. Ich arbeite direkt für den Besitzer. Außer mir gibts noch einen Arbeiter, der ist wie der Besitzer jenseits der Sechziger. Sehr lustig, da sich beide nicht so besonders leiden können. Der Vorarbeiter arbeitet auch recht langsam und macht sich keinen Stress, weil er eine kaputte Hüfte hat und auf die OP wartet.
Seine Lieblingszitate:
Wenn man selber halbwegs schnell arbeitet, bekommt man von ihm einen Rüffel: "Don't bust yourself!! Slow down, you'll get paid!" (Mach dich nicht kaputt! Mach ruhig, du wirst auch so bezahlt...) ;-)
Oder wenn der Chef wieder ne fixe, ziemlich wirre Idee hatte: "I say it to you before: That's a no-brainer!" (Ich sags dir vorher, das ist ne Schnapsidee!)
Mittlerweile gibts noch zwei Inder oder Pakistani die da arbeiten. Okay arbeiten kann mans nicht nennen. Einer hält den ganzen Tag die 1,20m-hohe Aluleiter fest. Wer da wen hält, ist nicht so ganz ersichtlich!? ;-) und der andere arbeitet in bahnbrechender Geschwindigkeit, dass er Angst haben muss, dass die Kiwi's sich an ihm hochranken. Sehr lustig, beim Beobachten hat man auch gleich keinen Bock mehr auf Arbeiten...
So, dann bis demnächst!
Liebe Grüße und eine gesegnete Woche
Die Neuseeländer!
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