Dienstag, 25. Januar 2011

Northland & Camping

Ja, nun ist es mal wieder soweit. Der letzte Eintrag liegt ein bisschen zurück und wir wollen unsere Leser doch gern mit Neuigkeiten füttern....
es gibt so viel zu erzählen!

Nachdem wir in der 1. Woche mit Zeitumstellung, Organisatorischem und Stadtbesichtung zu Fuß zu tun hatten, musste etwas schnelleres her...ein Fahrrad. Gute Idee Basti! Also ab in die Radelbude. Da Basti sehr angagiert in Sachen Organisation ist, hatte er schon das passende Anbgebot gefunden. Wieder mal ein Fußmarsch von 45min stand uns bevor, aber gut- wir müssen sparen. Dort dann die Frage, "Welches Rad nehmen?" Aber wir hatten uns schnell in das rote Radl mit Spaßfaktor verliebt - ein Tandem.
Drauf, Proberunde, alles (Nadine's Sattel und Lenker) umbauen und den Mechaniker zur Ratlosigkeit bringen, Basti als Monteur einspringen lassen, nochmal was verändern....aber irgendwann ging es dann los......das wird toll!!!
Es war ein klasse Erlebnis und es ist glaube sogar am anderen Ende der Welt selten, dass ein Tadem angebraust kommt, zumindest haben einige so geschaut. Wir hatten auf alle Fälle viel Spaß, haben die Stadt und neue Ecken schneller erkunden können, waren im Museum, sind viele bergige Straßen rauf und runter gefahren, haben uns wacker im Linksverkehr geschlagen (Basti saß vorne und war der Lenker: "Achtung!! Erst nach rechts schauen! Man(n) Hartmann! ;-))
Nach 2 Tagen akiven Trainings sind wir nun die besten Tandemfahrer Aucklands!

Wir haben uns einen Buspass für ganz Neuseeland besorgt und können damit ein- und aussteigen wo und wann wir wollen. Sehr praktisch, denn die fahren zu den schönsten Orten und man muss sich den Transport nicht immer selbst organisieren.
Nun jagt ein Abenteuer das Nächste. Zunächst stand der Teil nördlich von Auckland auf dem Plan.

Ab also in diesen Bus - samt allem Gepäck und los ging es. Die Fahrt dauerte insgesamt 7h, aber mit Zwischenstopp an einem rießigen Kauri (das ist der Urbaum Neuseelands, der wächst auch nur hier), eine Glasbootfahrt mit Fische gucken und ein Stopp, an einem Hundertwasser-Klo in Kawakawa. Die Straßen waren allerdings nicht so der Hit. Einige eng, alle kurvenreich und es ging hoch und runter. Also nichts für ein Frauengehirn und mir wurde ganz übel.... argg. Nach einer Tablette war die Übelkeit vorbei, dafür aber als Nebenwirkung die Müdigkeit da. :-( Endhaltepunkt für den Tag: Paihia. Am Abend in unserer Lodge gab es dann noch ein kleines Wunder und wir bekamen sehr günstig ein Zelt + Matratzen und können ab jetzt auch günstiger campen statt schlafen. An der Stelle mal gesagt: "Gott ist genial und hat immer mal ein paar Überraschungen für uns auf Lager."

Am nächsten Tag ging es für uns dann noch weiter in den Norden, quasi zum nörstlichsten Punkt der Insel, dem Cape Reinga. Aber bis dahin waren es wieder viele Kilometer, diesmal aber mit viel Abenteuer.


Erst der 90-Mile-Beach, den wir mit dem Truck auf dem Strandabschnitt zwischen Meer und Düne 90km langgerast sind. Das ist da eine offizielle Straße - die Autovermieter übernehmen aber keine Garantie, da es etwas tückisch ist im losen Sand. Und da auch der Handyempfang abreißt, musste so mancher Fahrer auf der Düne sitzend mit ansehen wie sein geliebtes Gefährt bei kommender Flut absäuft. Danach ging es auf einer der rießigen Sanddünen zum Sandboarden. Ganz zur Freude meines Mannes, alle raus aus dem Truck, Bodyboard geschnappt, die Düne rauf, Anlauf genommen, rauf auf`s Board mit Kopf nach voran und los gebraust..frei nach dem Motto: "Gib was du kannst!"


Danach gings zum Cape Reinga. Da gabs für Basti auch den ersten kleineren Sonnenbrand bei 30min Sonne im Nacken. Echt krasses Ding - dieses Ozonloch hier unten. Auf dem Rückweg wurde noch ein kurzer Badestopp bei schönen hohen Wellen im Meer eingelegt, eine alte Abbaustätte für Kauri-Gummi und ein Fisch-Shop besucht, wo man schon mal Haie angefüttert hatte. Leider musste ich feststellen, dass dies jetzt nicht mehr gemacht werden darf, weil es nicht so schöne Schlagzeilen gibt, wenn Haie und Orcas Touristen fressen. Mist, ich hatte mich schon auf spektakuläre Fotos gefreut!


Nach ein paar sonnigen Tagen im Norden gings dann wieder zurück mit dem Bus gen Auckland. Als nächstes stand der Zelttest auf dem Programm. Dazu wurde die kleine Insel Waiheke vor der Küste Aucklands auserkoren. Letztlich ist aus dem kurzen Trip eine ganze Woche Camping geworden mit einigen sehr schönen und sonnigen Stunden: u.a. traumhafte Sonnenuntergänge in paradiesischen Gefilden, aber auch einige Regentage. Diese waren jedoch weniger schlimm, da wir bereits am dritten Tag wie durch ein Wunder von einer abreisenden Familie ein bereits aufgebautes Großraumzelt geborgt bekamen. Zunächst hatte Basti seine Zweifel, ob man diese großzügige Geste annehmen sollte, doch als man uns versicherte, dass das gar kein Problem wäre, sie bloß 10min entfernt wohnen würden und das Zelt jederzeit holen könnten, entschieden wir uns dafür das Geschenk anzunehmen. Im großen Zelt ließ sich ordentlich lüften auch in Regenzeiten - ganz zu meinem Wohlergehen! ;-) Die niederschlagsfreien Zeiten haben wir zur Inselerkundung per Fuß und Bus genutzt. Viel Spaß hatten wir auch bei Bastis Versuchen mit altertümlichen Methoden zu Fischen: Ein gefundener Angelhaken wurde an einer langen Rute befestigt und mit Sardinen-Katzenfutter bestückt. Die richtig großen Fische blieben jedoch aus. Schade. So mussten wir uns mit Bratkartoffeln und Quark am Abend zufrieden geben.


Der Verzicht auf Kühlschrank, Strom und Warmwasser machte uns beim Einkaufen, Kochen und der abendlichen Dusche mit kaltem Wasser bewusst, wie selbstverständlich uns doch heute so manche alltägliche Dinge sind, die nicht für alle Menschen so selbstverständlich sind.


Der letzte Tag quälte uns dann nochmal so richtig mit Regenwetter. Der starke Regen hatte zusammen mit der kommenden Flut dann am Sonntag für eine kleine Überschwemmung in ufernahen Gebieten gesorgt und so kamen auch wir dann nur völlig durchnässt wieder mit Fußmarsch, Bus und Fähre nach Auckland zurück.


Nach wenigen Tagen für die Organisation der weiteren Reise und Arbeitssuche geht es diese Woche dann nun auf Richtung Süden. Die Fotos zum aktuellen Abschnitt kommen dann demnächst nach.


Liebe Grüße aus Neuseeland und eine gesegnete Woche in der Heimat wünschen euch
Nadine und Sebastian!

1 Kommentar:

  1. Hey ihr Beiden,

    danke für denn sonnig geschrieben Eintrag! Wir sitzen hier zum Sonntagabend bei -5 Grad(zum Glück im kuscheligen Wohnzimmer). Aber nachdem wir den cool geschriebenen Blog gelesen haben, fühlt es sich direkt etwas wärmer an:-)))

    Also ganz liebe Grüße aus DD und viel schöne weiter Erlebnisse!

    Luisa und Maik

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